Nachbarrecht

Mit Nachbarrecht wird die Gesamtheit der Normen bezeichnet, die das Interesse von Grundstücksnachbarn schützen. Dabei ist zwischen privatem und öffentlichem Nachbarrecht zu unterscheiden.

Das private Nachbarrecht ist in den §§ 903 ff. BGB sowie in den landesrechtlichen Nachbargesetzen, z.B. dem Nachbarrechtsgesetz für Nordrhein-Westfalen geregelt. Eine weitere Ausprägung ergibt sich aus dem Rechtsinstitut des nachbarlichen Gemeinschaftsverhältnisses. Es schafft einen Ausgleich zwischen dem Spannungsverhältnis des jeweiligen Grundstückseigentümers, mit dem Grundstück nach Belieben zu verfahren und Dritten von jeder Einwirkung auszuschließen und der Rücksichtnahme auf die benachbarte Lage von Grundstücken. In diesem Zusammenhang unterstützen und beraten wir Mandanten bei Fragen und Problemen des Überhangs und Überwuchses von Wurzeln und Zweigen, des Überbaus des Grundstückes, der Grenzabmarkung sowie der Grenzverwirrung, der gemeinschaftlichen Benutzung von Grenzanlagen, der Frage der Art und Zulässigkeit von Einfriedungen und den Grenzabständen von Bäumen, Sträuchern und Hecken. Ein weiterer Schwerpunkt stellen Fragen zum Notwege- oder Notleitungsrechtes dar. In verschiedenen landesrechtlichen Nachbargesetzen, unter anderem auch in dem Nachbarrechtsgesetz NRW, ist die Durchführung eines Schiedsmanntermins vor Klageerhebung zwingend vorgeschrieben. Diesen bereiten wir vor und nehmen auch zusammen mit unseren Mandanten daran teil.

Das öffentliche Nachbarrecht zeichnet sich durch das Dreiecksverhältnis der beiden Nachbarn und der Verwaltungsbehörde aus. Seine Rechtsgrundlagen findet es in den allgemeinen baurechtlichen und immissionsschutzrechtlichen Regelungen wie dem BauGB, der BauNVO und dem BImschG sowie den einzelnen Landesbauordnungen.